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Leistungsprüfstand

Gemessen, nicht geschätzt.

Ein Dynojet 424xLC2 mit Linx und zwei Retardern – Allradprüfstand im eigenen Haus. Das Linx-System koppelt vordere und hintere Rolle, damit Ihr Antriebsstrang bei der Messung nichts abbekommt. Darauf entstehen unsere Abstimmungen und, auf Wunsch, die Zahlen zu Ihrem Fahrzeug: gemessen statt aus einer Broschüre.

424xLC2
Dynojet-Allradprüfstand mit Linx und zwei Retardern
2000 PS+
Messbereich – auch stark motorisierte Fahrzeuge sind kein Problem
Der Dritte
Leistungsprüfstand seit 2007 – wir wissen, worauf es ankommt
3 Läufe
bei jeder Messung, immer. Ein einzelner Lauf ist ein Zufallswert

Warum drei Messläufe

Das ist der Punkt, an dem sich die Spreu vom Weizen trennt – und er kostet uns Zeit, die wir uns trotzdem nehmen.

Ein Lauf beweist nichts

Ein einzelner Messlauf ist ein Zufallswert. Temperatur, Kraftstoff, Ladelufttemperatur, der Zustand des Fahrzeugs an diesem Tag – all das schwankt. Wer eine einzelne Kurve zeigt, zeigt einen Moment, keine Eigenschaft.

Drei Läufe zeigen, ob es reproduzierbar ist

Liegen drei Läufe beieinander, ist das Ergebnis belastbar. Laufen sie auseinander, wissen wir, dass etwas nicht stimmt – und schauen nach, statt die schönste Kurve auszusuchen.

Linx und die beiden Retarder

Zwei Dinge, die man dem Prüfstand von außen nicht ansieht, die aber darüber entscheiden, ob ein Fahrzeug heil bleibt und ob am Ende eine brauchbare Zahl dasteht.

Linx: schützt Differenziale und Getriebe

Bei einem Allradfahrzeug auf der Rolle entsteht ein Problem, das es auf der Straße nicht gibt: Vorder- und Hinterachse laufen auf getrennten Rollensätzen. Drehen die unterschiedlich schnell, sieht der Antriebsstrang eine Drehzahldifferenz zwischen den Achsen, die dort nie auftreten sollte. Mittendifferenzial, Visco-Kupplung oder Verteilergetriebe arbeiten dann permanent gegen etwas an, das gar nicht da sein dürfte – und genau daran gehen sie kaputt.

Das Linx-System koppelt vordere und hintere Rolle miteinander. Beide laufen dadurch synchron, die Drehzahldifferenz zwischen den Achsen entsteht erst gar nicht. Ihr Fahrzeug sieht auf der Rolle also das, was es auch auf der Straße sieht.

Für Sie heißt das schlicht: Bei einer Messung bei uns kann an Differenzialen und Getriebe kein Schaden entstehen. Das ist keine Kleinigkeit – es ist der Grund, warum manche Betriebe Allradfahrzeuge gar nicht erst auf die Rolle nehmen oder den Allradantrieb vorher stilllegen.

Retarder, Teil eins: die Messdauer

Mit den beiden Retardern lässt sich steuern, wie lange eine Messung dauert. Das klingt nach einer Nebensache und ist bei starken Motoren der entscheidende Punkt.

Ein Fahrzeug mit viel Leistung reißt den Drehzahlbereich ohne Gegenkraft in wenigen Sekunden durch. Für eine belastbare Messung ist das zu schnell – die Werte haben keine Zeit, sich einzupendeln, und am Ende misst man eher die Beschleunigung der Rolle als den Motor.

Mit den Retardern bremsen wir den Hochlauf gezielt ab und dehnen ihn auf eine Dauer, bei der jeder Drehzahlpunkt sauber erfasst wird. Je stärker der Motor, desto wichtiger wird das.

Retarder, Teil zwei: Festhalten unter Last

Beim Abstimmen können wir das Fahrzeug bei einer von uns eingestellten Drehzahl festhalten – und dabei die Last verändern.

Damit lässt sich jeder Drehzahlpunkt unter verschiedenen Lasten messen und abstimmen, nicht nur der Volllastdurchlauf. Genau so ist eine Motorsteuerung aufgebaut: als Kennfeld über Drehzahl und Last. Wer nur Volllast misst, stimmt eine einzige Linie in diesem Feld ab und lässt den Rest, in dem Sie im Alltag tatsächlich fahren, unberührt.

Das ist der Grund, warum eine Abstimmung auf dem Prüfstand mehrere Tage dauert und eine reine Messung eine Stunde.

Warum gerade dieser Prüfstand

Prüfstand ist nicht gleich Prüfstand. Zwei Eigenschaften sind es, für die der Dynojet in der Branche bekannt ist – und beide merkt man erst, wenn es eng wird.

Genauigkeit

Der Dynojet gilt als sehr genaues Gerät, und die Zahlen dahinter sind entsprechend: Die Drehzahl wird auf ein Zehntel genau erfasst, die Zeit auf die Mikrosekunde. Das ist die Grundlage dafür, dass drei Läufe überhaupt vergleichbar sind – eine unruhige Messtechnik würde jede Wiederholbarkeit im Rauschen ersticken.

Für Sie heißt das: Wenn zwischen Vorher und Nachher ein Unterschied steht, kommt er vom Fahrzeug und nicht vom Messgerät.

Grip für starke Motoren

Der Prüfstand ist für seinen hohen Grip bekannt. Das ist der Punkt, an dem viele Anlagen aussteigen: Ab einer gewissen Leistung dreht der Reifen auf der Rolle durch, und dann misst man Schlupf statt Leistung.

Zusammen mit dem Messbereich von über 2000 PS heißt das, dass auch stark motorisierte Fahrzeuge sauber messbar sind – nicht nur bis zu der Grenze, ab der es unangenehm wird.

Zahlen, die anderswo etwas bedeuten

Dynojet gehört weltweit zur ersten Reihe und ist besonders in den USA das Gerät, auf das man sich bei Vergleichsmessungen einigt. Das ist kein Prestigepunkt, sondern ein praktischer: Weil so viele Betriebe auf Dynojet messen, sind die Werte untereinander vergleichbar.

Eine Leistungsangabe von einem beliebigen Prüfstand sagt für sich genommen wenig – jede Bauart misst anders, und ohne gemeinsamen Bezug lassen sich zwei Zahlen nicht nebeneinanderlegen. Ein Wert, der bei uns entsteht, lässt sich dagegen mit dem vergleichen, was andere auf demselben Gerätetyp gemessen haben. Wer wissen will, wo sein Fahrzeug wirklich steht, bekommt hier eine Zahl, die diese Frage beantwortet.

Warum wir wissen, worauf es ankommt: es ist unser dritter

Public Racing gibt es seit 2007. In dieser Zeit ist der Dynojet unser dritter Leistungsprüfstand – wir haben also nicht einmal gekauft und uns damit abgefunden, sondern zweimal gewechselt, weil wir wussten, was uns am vorherigen gefehlt hat.

Das ist der eigentliche Grund, warum hier ein Gerät dieser Klasse steht. Wer knapp zwei Jahrzehnte misst, weiß irgendwann sehr genau, woran eine Messung scheitert: an fehlendem Grip, an unruhiger Messtechnik, an einem zu kleinen Messbereich. Der jetzige hat diese Schwächen nicht – und das war keine Zufallsentscheidung.

Was Sie buchen können

Leistungsmessung einzeln

Ohne dass ein Tuning beauftragt wird. Sie wollen einfach wissen, was Ihr Fahrzeug wirklich leistet – nach einem Kauf, nach einem Umbau oder weil jemand anderes etwas versprochen hat.

Frontantrieb150 €
Allrad200 €

Kommt ein Tuning dazu, gibt es bei Allrad 50 € Rabatt – dann sind es auch dort 150 €.

Vorher und nachher

Zur Softwareanpassung dazubuchbar: einmal messen vor der Arbeit, einmal danach. Damit steht der Zugewinn schwarz auf weiß – für Ihr Fahrzeug, nicht als Erfahrungswert.

Bei Allrad gibt es 50 € Rabatt, wenn ein Tuning dazukommt – die Messung kostet dann 150 € statt 200 €. Zusammen mit einer Softwareanpassung zahlen Sie also unabhängig vom Antrieb 150 €.

Messung mit Aufzeichnung

Gegen Aufpreis zeichnen wir während der Messung mit. Sie bekommen dann nicht nur die Leistungskurve, sondern auch die Größen dahinter – Ladedruck, Zündwinkel, Temperaturen, Luftmasse.

Die Dateien geben wir Ihnen mit. Heben Sie sie auf: Macht das Fahrzeug später Ärger, haben Sie einen Stand aus der Zeit, als alles in Ordnung war – das verkürzt jede Fehlersuche. Mehr dazu unter Ablauf.

Abstimmung auf dem Prüfstand

Die aufwendigste Form: Wir stimmen die Software am laufenden Fahrzeug ab und messen dabei mit. Dafür bleibt das Fahrzeug in der Regel mehrere Tage hier – das ist Feinarbeit mit Messläufen, keine Sache von Stunden.

Den Preis nennen wir auf Anfrage; er hängt am Fahrzeug und am Umfang.

Technische Daten

Dynojet 424xLC2, ausgestattet mit dem Linx-System und zwei leistungsstarken Retardern (Wirbelstrombremsen).

MerkmalWert
BauartAllrad, 2 Rollensätze
Messbereichüber 2000 PS
Rollendurchmesser61 cm
Rollenbreite205 cm
Höchstgeschwindigkeit322 km/h
Achslast1361 kg je Achse
Radstand224 – 330 cm
Lastregelungzwei Wirbelstrombremsen
MesstechnikDynojet Linx
Drehzahlgenauigkeit± 0,1 min−1
Zeitmessung± 1 Mikrosekunde

Herstellerangaben zum Modell 424xLC2.

Was diese Zahlen praktisch bedeuten

Allrad mit zwei Rollensätzen heißt: Ihr Fahrzeug wird angetrieben gemessen, wie es gebaut ist – kein Umrechnen von einer Achse auf vier, kein Auskuppeln des Allradantriebs.

61 cm Rollendurchmesser ist die große Bauform. Je größer die Rolle, desto geringer verformt sich der Reifen in der Auflagefläche – das macht die Messung ruhiger und den Reifen langlebiger.

1361 kg Achslast und 205 cm Rollenbreite heißt, dass auch schwere und breite Fahrzeuge darauf passen, nicht nur Kleinwagen.

Linx und die beiden Retarder sind der eigentliche Unterschied zu einem einfachen Rollenprüfstand – was sie leisten, steht weiter oben.

Auf der Rolle

Ein Querschnitt dessen, was bei uns gemessen wird – vom Trabant bis zum Cayman. Wischen oder klicken.

Weißer Porsche 718 Cayman GTS auf dem Allradprüfstand, angezurrt, mit Messbildschirm im Hintergrund.
Porsche 718 Cayman GTS, aufgespannt und angezurrt.
Weißer Seat Leon auf dem Leistungsprüfstand, daneben zwei Bildschirme mit den Messwerten.
Messung mit Blick auf die Anzeigen – Drehzahl, Ladedruck und Leistung laufen live mit.
Rote Chevrolet Corvette Z06 auf den Rollen des Dynojet-Prüfstands.
Corvette Z06 auf den Rollen – große Leistung braucht den Grip des Dynojet.
Gelber Trabant mit Startnummer 60 festgezurrt auf dem Leistungsprüfstand.
Und dann steht da ein Trabant auf einem Prüfstand für 2000 PS. Auch das machen wir.
Roter Porsche 964 von der Seite auf dem Leistungsprüfstand.
Porsche 964 – ältere Fahrzeuge messen wir genauso wie neue.
Blauer Porsche 964 auf dem Prüfstand, im Hintergrund der Bildschirm mit der Leistungskurve.
Die Kurve entsteht während der Fahrt auf der Rolle.
Silberner Audi Avant auf dem Allradprüfstand mit angeschlossener Abgasabsaugung.
Allrad-Kombi auf beiden Rollensätzen, Absaugung angeschlossen.
Schwarzer VW Golf GTI auf dem Prüfstand, darüber der Bildschirm mit dem Messdiagramm.
Golf GTI, festgezurrt und vermessen.

Prüfstandsmiete

Der Leistungsprüfstand kann auch gemietet werden – mindestens für einen halben Tag. Interessant für Betriebe, die selbst abstimmen, für Vereine, für Projekte, bei denen mehrere Fahrzeuge nacheinander auf die Rolle sollen.

Zu Preis und Bedingungen sagen wir hier bewusst nichts. Mietanfragen sind zu unterschiedlich für eine Pauschalauskunft – wie lange, mit oder ohne Bediener, wie viele Fahrzeuge. Das besprechen wir direkt, dann bekommen Sie eine Zahl, die auch stimmt.

Was ein Prüfstand nicht ist

Ein Prüfstand macht keine Leistung. Er zeigt sie. Wer Ihnen anhand einer Kurve verspricht, was Ihr Fahrzeug künftig leisten wird, hat das Gerät nicht verstanden.

Wozu wir ihn benutzen: prüfen, ob eine Änderung das gebracht hat, was sie sollte – und ob das Fahrzeug dabei in Ordnung bleibt. Deshalb steht er hier, und deshalb messen wir auch dann, wenn niemand danach fragt.

Bevor Sie kommen

1

Termin ausmachen

Für jede Arbeit am Fahrzeug brauchen wir einen Termin, auch für eine reine Messung. Ohne Termin steht der Prüfstand womöglich belegt.

2

Sagen Sie uns den Antrieb

Frontantrieb, Heckantrieb oder Allrad – davon hängt der Preis ab. Und sagen Sie dazu, welches Fahrzeug es ist.

3

Fahrzeug in Ordnung

Eine Messung belastet den Motor. Wenn Sie wissen, dass etwas nicht stimmt, sagen Sie es vorher – dann schauen wir uns das erst an.

Zur Straßenzulassung: Eine Messung ändert nichts am Zulassungsstatus. Wird im Zusammenhang damit die Motorsoftware verändert, gilt weiterhin: ohne Abnahme und Eintragung ist sie nicht automatisch für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen.

Messung vereinbaren

Schreiben Sie uns Fahrzeug und Antriebsart, dann machen wir einen Termin aus. Der Prüfstand steht in Frankfurt (Oder).